TV Oberurnen auf sportlicher Mission in die Innerschweiz

„Der frühe Vogel fängt den Speck“ hiess es am Wochenende vom 14./15. September für die Oberurner Turner. Bereits um 6 Uhr versammelten sich 23 Teilnehmer der diesjährigen Turnerfahrt beim Gemeindehaus und bestiegen gut gelaunt den Reisecar. Nach einem Kaffeehalt teilten sich die Turner an der Talstation Sattel-Hochstuckli in zwei Gruppen auf. Die ehrgeizigen Sportler nahmen den Weg zur Bergstation mit dem Mountainbike in Angriff und überliessen den Gondelplatz den weniger Trainierten. Rund 400 Höhenmeter weiter oben vereinigten sich die aktiven Biker mit den vermeintlichen Velofahrern und Fussgängern aus der Gondel. Die Fussgänger inspizierten in der Folge den Raiffeisen „Skywalk“ und genehmigten sich einen Umtrunk im Berggasthaus. Währenddessen nahm die Drahtesel-Fraktion weitere 200 Höhenmeter nach Haggenegg und eine rasante Abfahrt bis nach Seewen SZ unter die Räder. Dort angelangt wurden sie vom Buschauffeur und den Fussgängern wieder in Empfang genommen. Weiter ging die Reise nach Schattdorf zur Talstation Haldi, wo sich das Spiel wiederholte: Die ambitionierten Velofahrer strampelten weitere 850 Höhenmeter hoch, die übrigen Turner stiegen in die Gondel.

Beim  Ski- und Berghaus Oberfeld angekommen genossen alle das wohlverdiente Mittagessen. Am Nachmittag frönten die Turner dem Jass-Sport, genossen die Sonne und die herrliche Rundsicht auf die Urner Berglandschaft. Gegen Abend wurde der Weg ins Tal in Angriff genommen, wo eine erfrischende Dusche auf die Turner wartete. Müde vom sportlichen Programm verkrochen sich die meisten Turner bereits nach dem Nachtessen und einem Schlummertrunk in die Federn. Nur einige wildgesottene Junge machten die Nacht zum Tag und genossen den Ausgang in Altdorf bis zur letzten Minute.

Am Sonntag fuhren die Turner nach Amsteg, wo sie von zwei Guides zum NEAT-Basistunnel disloziert wurden. Mittels einer persönlichen und sehr spannenden Führung wurde das Jahrhundertbauwerk vorgestellt und die unzählige Fragen der Anwesenden kompetent beantwortet. Ein Highlight dieser Führung war die Durchfahrt eines Personenzuges mit über 200km/h, welches vom Tunnel-Fenster aus nächster Nähe beobachtet werden konnte. Nach zwei Stunden in schummrigen Licht ging es an die frische Luft nach Oberarth, wo sich die Turnerschar mit Cordon bleu und Pommes stärkte. Nach dem Mittagessen wurde die letzte Etappe in Angriff genommen. In Einsiedeln angekommen übergaben die Organisatoren Daniel Hunold und Martin Stucki die Turner in die Obhut von Instruktor Roman Stöckli. Nach dem Fassen der Sicherheitsausrüstung und klaren Anweisungen ging es zu Fuss hoch zur Simon Ammann (77 Meter) Schanze. Dort angekommen durften sich die Turner erstmals im Airboarden versuchen. Einigen gelang dies erstaunlich gut, andere wiederum knallten leicht in die Aussenbanden und einige schafften es sogar, das Airboard auf dem Weg nach unten zu verlieren. Die mutigen Turner durften danach auf die Andreas Küttel (117 Meter) Schanze wechseln, wo sie sich gegenseitig zu immer höheren Geschwindigkeiten pushten. Markus Weber sauste am schnellsten den Rasenteppich runter und stellte den Tagesrekord mit 96 km/h.

Anschliessend an das actionbeladene Programm ging es eher gemütlich mit einer Führung der Schanzenanlage weiter. Martin Müller aus Oberurnen brachte dabei viel Skisprung-Wissen an den Mann und erläuterte die Grundlagen dieses wagemutigen Sports. Als Abschluss hätte Pascal Müller, sein Sohn und Glarner Nachwuchssportler 2016, die Turner mit einem Flug von der Andreas Küttel Schanze überraschen wollen. Aufgrund eines Wettkampfs in Deutschland wurde dies Pascal Müller leider verwehrt. Als Ersatz wurde Pascal Noser rekrutiert, welcher in voller Montur zum Absprung der 28 Meter Schanze marschierte. Die anwesenden Turner glaubten alle an einen Scherz. Doch Pascal Noser hat sie eines Besseren belehrt und gezeigt, dass er unter allen Turnern der Mutigste ist. Insgesamt drei Sprünge mit sehr spektakulären Landungen erfreuten die Turnerschar und bildeten einen würdigen Abschluss der Turnerfahrt. 

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